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Anfänger-Tutorial:
Grundlagen des animierens!
Im folgenden Tutorial soll es um die ganz grundlegenden
Schritte des animierens mit LEGO™ gehen. Für alle diejenigen, die sich für
das Trickfilmen mit LEGO™ interessieren, aber noch nicht so richtig wissen wie
überhaupt eine Animation zustande kommt oder lernen möchten eine Figur laufen
zulassen, oder eine Bewegung auszuführen.
Zunächst empfiehlt es sich einige kleinere Vorbereitungen zu
treffen:
Man benötigt im einfachsten Fall eine Minifig
(Legomännchen)
und eine LEGO™ Grundplatte mit Noppen, auf der sich das Minifig bewegen
soll. Zusätzlich empfiehlt sich das Parathalten einer Pinzette und
etwas Bastelknete in verschiedenen Farben.
Kapitel 1 "Vorwissen":
Wer mit den Begriffen "FPS" und "Stop-Motion" bereits vertraut ist, kann dieses Kapitel überspringen.
FPS:
Bevor allerdings mit dem animieren begonnen werden kann muss
darüber entschieden werden, mit welcher fps "frames per second"
(Bilder pro Sekunde) die Animation im späteren Film abgespielt werden
soll.
Generell gilt: Umso mehr Bilder pro Sekunde gezeigt werden, desto
flüssiger
erscheint die Bewegung (Bis zu einem Maximum von 24fps, alles darüber
liegende
nimmt das Auge nicht mehr wahr). Aber umso mehr Bilder pro Sekunde
gezeigt
werden sollen, desto mehr Arbeit macht es die Animation zu erstellen.
Wählt daher eure Ziel-fps sorgfältig aus. Nehmt euch nicht zuviel für
den Anfang vor, ihr werdet überrascht sein wieviel Arbeit eine hohe fps
macht. Wählt aber auch keine zu niedrige fps, da die Animation
sonst zu ruckelig wird. Besonders etabliert hat sich die
15fps-Animation. Diese wird von den meisten Brickfilmern bevorzugt, da
die Animation mit 15fps schon sehr flüssig ist und sich der
Arbeitsaufwand in Grenzen hält. 10fps wäre eine gute Einstiegs-fps, da
die Animation gut aussieht und der Arbeitsaufwand viel geringer als bei
15fps ist. Wem 10fps immernoch zuviel Arbeit ist, oder keine flüssige
Animation möchte sollte nichtsdestotrotz nicht unter 5fps arbeiten. Mit
5fps ist der Arbeitsaufwand bereits minimal und die Animation leidet
schon sichtlich in ihrer Qualität. Wählt also eure fps zwischen 5 und
24fps, wobei alles über 15fps nicht empfehlenswert ist. Bleibt ein
Bereich von 5 bis 15fps.
Persönlich
würde ich an alle die sich in eine sehr hohe fps vernarrt haben
empfehlen maximal 17fps zu wählen, da Zeichentrickfilme im Fernsehen
mit 17fps ausgestrahlt werden. Der Unterschied zwischen Kinofilm
(24fps) und Zeichentrick (17fps) ist nur für das geübte Auge erkennbar.
Alle
in diesem Tutorial angeführten Beispiele sind für 12 bis 15fps ausgelegt. Wer
weniger fps benutzen will kann die Vorgegebenen Bewegungsmuster nutzen
indem einzelne Bilder ausgelassen werden. Wer mehr fps benutzen will
muss feinere Zwischenschritte zusätzlich einbauen (nicht empfohlen).
Stop-Motion:
Im Grunde ist das animieren nichts weiter als das
knipsen
von Hunderten von Einzelbildern, in denen die Figuren immer um wenige
Millimeter weiterbewegt werden. Dieser Vorgang wird unter anderem auch
als
Stop-Motion bezeichnet. Eine Figur oder Gegenstand wird fotografiert,
dann weiterbewegt und wieder fotografiert. Die einzelnen Bilder können
dann mit kostenloser Software am Computer zu einer Film-Datei (Sequenz)
zusammengezurrt werden. Eine Animation ist also nichts weiter als ein
digitales Daumenkino, in dem Einzelbilder schnell hintereinander
weggezeigt werden. Das Auge kann die Einzelbilder nicht mehr erfassen
und so entsteht ein "Film im Kopf".
Beispiel: Bücken (Für Vollbild Thumbnail anklicken)
Auf den Bildern ist gut zu erkennen, das die Figur
in jedem
Bild ein klein wenig weiterbewegt wurde. Sind alle Bilder einer
Bewegung (oder
Szene) fertig, so werden diese zu einer Sequenz gebunden. (siehe
Tutorial:
Software). Wichtig bei diesem Beispiel des bückens ist, dass die
Bewegung langsam anfängt in der Mitte schneller ist und am Ende wieder
langsamer wird. Denn kein Mensch kann sich in einer monotonen
Geschwindigkeit bewegen. Eine jede Bewegungsanimation hat einen Anfang
und ein Ende welche langsamer als die eigentliche Bewegung sein müssen.
Um dafür aber ein Gefühl zu bekommen heisst es "üben, üben, üben".
Kapitel 2 "Animation":
Fortbewegungsmöglichkeiten:
1) natürliches Gehen.
Das wahrscheinlich lässtigste und gleichzeitig wichtigste beim Filmdreh
ist das laufen der Minifigs. Das Gehen hat so seine Tücken wie bereits
viele Brickfilmer merken mussten. Das Problem ist, dass es in der
Brickwelt keine Verhältnisse gibt. Die Beinlänge im Verhältniss zu den
Armen oder der Kopf zum Oberkörper sind Aspekte die es schwer machen
eine Minifig "realistisch" laufen zu lassen. Geschweige denn das fehlen
von Knien. Die hier vorgestellte Laufmethode wird eure Figuren
natürlich wirken lassen, ohne die verrücktesten Zuckungen oder
Verrenkungen an den Tag legen zu müssen, oder wie von Geisterhand über
die Noppen zu schweben.
Diese Laufvariante ist die, welche am
natürlichsten wirkt. Hier wurde eine altnerative gefunden um eine
Minifig schön laufen zu lassen ohne das irgendwelche Verhältnisse
störend wirken.
1: Beachtet die
feine Armebewegung. Die Arme dienen nur zum Gleichgewicht halten.
Deshalb schwingen die Arme mit den Beinen mit und nicht umgekehrt.
Demnach bewegen sich die Arme weniger als die Beine. Beachtet dafür
besondern Bild 2, 3 und 4. Der rechte Arm schwingt weniger als sich das
linke Bein nach vorn bewegt. Erst durch dieses Detail wirkt die
Bewegung natürlich. Achtete darauf NIEMALS eine Armbewegung beim
animieren auszulassen, sonst bekommt ihr in eurem Filmergebnis ein
physikalisches Wunder zu sehen.
2:
Beachtet ausserdem Bild 3 und 7. Die Beine befinden sich ZWISCHEN den
Noppen. Sie stehen weder auf der vorderen noch auf der hinteren.
Hierdurch wird das "abrollen" der Ferse deutlich gemacht. Anders würde
der Schritt abgehackt wirken.
3:
Der Rücken des Minifig ist durchgehend leicht nach vorn gebeugt.
Ist der Oberkörper weiter nach vorn gebeugt würde der Schritt wie ein
stolpern wirken. ein gerader Rücken würde wie marschieren mit
lässigem Gang aussehen. Jetzt wisst ihr zusätzlich wie man eine Figur stolpern
lassen könnte :o).
2) Das Marschieren.
Wer eine Armee oder ein Heer aus Soldaten durch die Strassen oder über
die Felder marschieren lassen will kann sich diesem Bewegungsmuster
bedienen.
Beim marschieren sollte darauf geachtet werden das der Rücken möglichst
vertikal bleibt, und zwar in jedem Bild. Das ist hier in Bild 1 und 4
leider nicht so vorbildlich geworden. Diese Fortbewegungsvariante
sticht mit ihrer militärisch, abgehackten weise hervor. Umso weiter ihr
die Beine heben lasst, desto extremer marschieren die Figuren. Ihr
könnt die Beine dabei auch bis zum Anschlag heben, das liegt im
ermessen von euch und je nachdem was besser gefällt.
3) Das Rennen.
In fast jedem Film muss irgendwann mal etwas ganz schnell gehen, und
eine Minifig sieht sich gezwungen einen kleinen Sprint einzulegen. Auch
für diese eventualität wurde ein Bewegungsmuster entwickelt.
Beachtet in Bild 3 und 6, das
die Spannweite 3 Noppen beträgt. Beim rennen überbrückt das Minifig
eine ganze Noppe. Ich habe es noch nicht ausprobiert, aber das Rennen
könnte mit einem etwas stärker nach vorn gebeugten Oberkörper besser
aussehen. Bedenkt aber das kein Mensch aus dem Stand rennen kann und
genausowenig stehen bleiben. Fangt also am besten mit einem Schritt das
natürlichen gehens an und verfallt dann erst ins rennen. Genauso
solltet ihr auch stoppen. Anders würdet ihr mal wieder ein
physikalisches Wunder erbringen.
Interaktionen:
1) Händeschütteln. Selbstverständlich müssen die Figuren in den
Filmen auch miteinander interagieren. Das Händeschütteln ist zwar eher
eine seltene Form der Interaktion, doch wenn es stattfindet wirkt es
oftmals merkwürdig.
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Beachtet das die Figuren beim Händeschütteln nur 2 Noppen
voneinander entfernt stehen. Bei 3 Noppen müssten sie sich zu weit nach
vorn beugen. Der Betrachter sollte das Gefühl bekommen das die Hände
ineinander verhakt seien, deshalb achtet auf den Schritt von Bild 2 zu
3. Die Hände sind absichtlich "schlagartig" ineinander. Bewegt die
Hände so oft wie ihr mögt auf und ab, achtet dabei aber darauf das die
Hände der
beiden Minifigs stets auf dergleichen Höhe bleiben. Benutzt ruhig mal
die Pinzette und drückt die Hände von oben und unten zusammen, so das
sie in jedem Bild stets "vereint" bleiben. Sie dürfen auf gar keinen
Fall das Gefühl erwecken ineinander zu verrutschen. Weder in der Höhe
noch in der waagerechten. Deshalb müssen die Minifigs mit den
Oberkörpern nach vorn und hinten wippen, damit die Hände auch
zusammenbleiben. Wie man zwischen Bild 7 und 10 beispielsweise gut
sehen kann. Macht ausserdem an den Hoch und Tiefpunkten der Bewegung 2
Bilder ohne Bewegung (Bild 7 und 8). Auf diese Weise wirkt die Bewegung
nicht monton und nicht zu kräftig. Dosiert zusätzlich das Schütteln.
lieber eine kleine dezente Bewegung, als das der Zuschauer das Gefühl
bekommt die Minifigs würden sich die Arme abreissen wollen. Betrachtet
Bild 12 um zu sehen wie die Hände tatsächlich ineinander verschachtelt
sind.
2) Winken. Man kennt diese Situation: Zwei Figuren treffen
sich, und sollen sich zuwinken, aber die Minifigs können ihre Arme
nicht seitlich zur Ebene bewegen, nur in der länge.
Deshalb müssen sie seitlich stehen und den kopf gedreht haben. So winkt
der Bauarbeiter seinem Kollegen mit der Kreissäge zu.
Auch hier heisst es: Langsam anfangen und langsam wieder zum Ende
kommen. In der Mitte der Animation können die Bewegungen gröber werden.
Taschen und Rucksäcke benutzen:
Gepäck. Ein Problem das vielleicht gar kein Problem ist. Wie soll eine
Minifig Gegenstände tragen ohne sich dabei komplett zu behindern? Um
dieses Problem zu umgehen bedient man sich eines kleinen Tricks.
Minifigs besitzen nämlich nimmervolle Taschen, kaum zu glauben aber
wahr.
Umso feiner die Bewegung ist, desto langsamer holt das Minifig die
Schippe hervor. Ihr solltet das Minifig auf jeden Fall von vorn zeigen,
damit man nicht sehen kann was es hinter seinem Rücken verteckt, bzw.
in seinem "magischen" Rucksack. Wie hier deutlich sichtbar ist, dreht
sich das Minifig nach hinten, ohne aber die Füße von den Noppen zu
nehmen. Es verdreht die Beine auf den Noppen. Sobald die Hand nichtmehr
sichtbar ist kann man dem Minifig den Gegenstand in die Hand geben und
wieder nach vorn holen lassen. Auf diese Weise können noch viel
grössere und mehr Gegenstände als eine Schippe herbeigezaubert werden.
Es ist wirklich erstaunlich was ein Minifig auf diese Weise zu Tage
fördern kann :o). Diegleiche Bewegungsabfolge rückwärts lässt auch
Gegenstände wieder verschwinden (einstecken).
Kapitel 3 "Gestiken und Emotionen":
Gespräche führen:
1) Variante1. Da Minifigs ihre Lippen nicht
bewegen können wird das Reden (was man in der Regel auch hört(, durch
Gestiken mit den Armen und Händen unterstützt.
Das Minifig hebt und senkt seine Hand nur leicht. Diese
Animation solltet ihr abwechselnd mit beiden Armen und unterschiedlicher Ausprägung
(je nach Dialoginhalt) kombinieren. Dadurch wird vermittelt welches
Minifig gerade am Dialog beteiligt ist.
2) Variante2. Wichtige Worte oder Sätze sollten mit anderen deutlicheren Gesten kombiniert werden.
Hier beugt sich das Minifig deutlich nach vorn und streckt seinen
Arm
aus. Der Arm sollte nicht höher als zur Brust gehoben werden, sonst
wirkt es
übertrieben. Umso weiter sich das Minifig nach vorn beugt, desto höher
muss der arm aber gehoben werden. Achtet auf die Bilder 4, 5 und 6.
der Unterarm ist stets parallel zum Boden, was gleichzeitig die
Maximale Hebung darstellt, ihr könnt euch also daran orientieren.
natürlich könnt ihr noch sehr
viel mehr Gesten selbst entwickeln mit denen ihr eure Dialoge
unterstützen könnt. Versucht die verschiedensten Varianten mit beiden
Armen zu kombinieren und eurem Dialog anzupassen.
Emotionen:
Ein Beispiel) Freude. Es gibt eine Vielzahl wie man Emotionen ausser
durch Gespräche, Musik oder Farben ausdrücken kann, mit Animation. Hier
möchte ich zum Abschluss nur ein Beispiel anführen.
Damit das Minfig langsam auf die Knie fällt benutzt ein
wenig Bastelknete in dergleichen Farbe wie die Hose oder dem
Untergrund. befestigt die Knete hinter dem Minifig so das sie nicht auf
den Bildern gesehen werden kann. Hebt zusätzlich die Hände über den
Kopf des Minifigs, damit die Freude und das erstaunen visuell augedrückt
wird.
Euer Lux-Studios Team
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